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Würdige „Niobe“-Gedenkfeier am Gammendorfer Strand

Würdige „Niobe“-Gedenkfeier am Gammendorfer Strand

Vor nunmehr 83 Jahren ereignete sich das tragische Unglück nordwestlich der Insel Fehmarn, bei dem das Segelschulschiff „Niobe“ der deutschen Reichmarine unterging und 69 Besatzungsmitglieder in den Tod riss.
Wie alljährlich hatte der Marineverein der Insel Fehmarn von 1910 e.V. am 26.Juli 2015 zu einer Gedenkfeier
am „Niobe“-Denkmal am Gammendorfer Strand eingeladen.

Viele Teilnehmer gaben dieser Gedenkfeier einen würdigen Rahmen. Neben dem Leiter des Landesverbandes Nord im DMB, Dieter Reschke und den Vertretern des öffentlichen Lebens der Insel Fehmarn sowie der Bundeswehr konnte der Vorsitzende zahlreiche befreundete Marinekameradschaften und Gilden mit ihren Fahnenabordnungen begrüssen. Auch eine Abordnung der befreundeten Marineforeningen Nakskov (DK) und Vordingborg (DK) nahmen teil. Selbst einige Feriengäste liessen das Strandleben für die Dauer der Veranstaltung ruhen.

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media_000155_niobe_2105.jpgNach einer kurzen Begrüßung der Teilnehmer durch den Vorsitzenden des Marinevereins und dem Flaggenzeremoniell = Hol nieder Flagge Halbmast= gab dieser einen kurzen Abriss der Geschehnisse am 26. Juli 1932.  Danach ist die „Niobe“ 1913 als Viermastgaffelschoner in Frederikshavn in Dänemark erbaut worden und wurde als Frachtsegler in der Ostsee unter dänischer und dann unter norwegischer Flagge in der Ostsee eingesetzt. 1916 wurde das Schiff mit einer Holzladung für England von einem deutschen U-Boot aufgebracht und unter Prise nach Kiel gebracht. Nach dem Krieg blieb das Schiff unter deutscher Flagge. Eine wechselvolle Nutzung kann man getrost als Sturm- und Drangjahre bezeichnen. 1923 kaufte dann die Reichsmarine das Segelschiff und baute es zu einer Dreimast-Schonerbark mit Rahsegeln um. Am 19. Dezember 1923 wurde das Schiff unter dem Namen „Niobe“ als Segelschulschiff für die Reichsmarine in Dienst gestellt.

Zu der verhängnisvollen Reise war die „Niobe“ am 24.07.1932 aus Kiel ausgelaufen und ankerte in der Nacht vom 25.07. zum 26.07. vor der Westküste Fehmarns. Am frühen Morgen des 26.07. ging man Anker auf. Das Wetter war ruhig mit leichtem Wind aus Südost. Nach verschiedenen Manövern beim Einlaufen in den Fehmarnbelt erreichte das Schiff gegen 1400 Uhr eine Position östlich des Feuerschiffes Fehmarnbelt. Der Kommandant führte zu dieser Zeit selbst das Kommando. Er beobachtete über Fehmarn aufsteigende Wolken, was Wind und Regen bedeuten konnte. Er liess deshalb die Obersegel bergen, das waren die Bramsegel an Gross- und Vortopp, das Grossstengestagsegel und das Besantoppsegel. Alles scheint wohlgeordnet. Plötzlich aber fällt, ohne jede Vorwarnung, ohne erkennbare Zeichen auf dem Wasser und ohne das oft einen Sturm ankündigende Heulen eine Sturmbö über das Schiff her. Innerhalb von Sekunden legt sich die „Niobe“ auf 50 Grad hart über. Der von oben einfallende Sturm drückt auf die grosse Segelfläche und nach 30 Sekunden liegt das Schiff wie eine gekenterte Jolle flach auf dem Wasser. In dichtem Schwall dringt das Wasser durch die geöffneten Bulleyes und Niedergänge in das Schiffsinnere. Innerhalb von einer Minute sinkt die „Niobe“  über das Heck. 69 Besatzungsangehörige ertrinken, nur 40 Mann können von den Rettungsbooten des Feuerschiffes und des vorbeifahrenden Holzdampfers „Theresia L.M. Russ“ gerettet werden.

Nach einer kurzen Ansprache des stellvertretenden Bürgermeisters, Werner Ehlers,   werden Kränze und Blumengebinde am Denkmal niedergelegt. Anschliessend spielen die Musiker das „Lied vom guten Kameraden“. Mit dem Vorheissen der Flaggen endet dann die Gedenkstunde. Viele der Teilnehmer treten noch für ein stilles Gedenken an das Denkmal.

J.Eichstädt

Foto MV Fehmarn

Eingetragen am 06.08.2015 um 10:27 Uhr
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